PRESSE

Langen, 22. Januar 2025 – Lösung in Sicht
Manuel Schubert – Offenbach Post vom 22.01.2025 Seite 33
Beliebter Treffpunkt, auch bei frostigen Temperaturen: Für den Langener Altstadtmarkt wird ein neuer Veranstalter gesucht. Der bisherige Betreiber, der LMS Hessen, zieht sich Ende März nun endgültig zurück. Foto: strohfeldt

Lösung in Sicht

Langen – Seit dem 8. April 2000 stehen die Samstagvormittage rund um den Vierröhrenbrunnen im Zeichen des Altstadtmarktes. Doch zuletzt waren ein paar dunkle Wolken über der Veranstaltung aufgezogen, die Zukunft des beliebten Treffpunkts zwischen Obst- und Blumenstand, zwischen Grillwurst und Glas Wein, schien in der Schwebe. Denn der Landesverband für Markthandel und Schausteller Hessen (LMS) hatte im September angekündigt, sich eigentlich zum Jahreswechsel als Veranstalter zurückziehen zu wollen (wir berichteten).
Nun gibt es gute Nachrichten: Der LMS macht doch noch bis Ende März weiter. „Ich werde alles dafür tun, was in meinen Möglichkeiten steht, um für einen lückenlosen Weiterbetrieb zu sorgen“, beteuert Geschäftsführer Roger Simak auf Anfrage. Die Stadt als Grundstückseigentümerin möchte wiederum die Zeit nutzen, um die Nachfolge langfristig zu regeln. Und: Es soll sogar mehrere Interessenten geben.
Der Landesverband für Markthandel und Schausteller Hessen veranstaltet den Altstadtmarkt seit dessen Start kurz nach der Jahrtausendwende. Hauptgrund für den jetzigen Rückzug ist, dass Roger Simak nach 33 Jahren im Vorstand des Berufsverbandes in Altersteilzeit eintritt und der LMS Hessen, der sowohl klassische Branchenvertretung als auch gewerblicher Zweckbetrieb ist, keinen geeigneten Nachfolger finden konnte. Daher hatte der Verband entschieden, sechs Märkte im Rhein-Main-Gebiet abzutreten und war auf der Suche nach einem Nachfolger als Veranstalter des Langener Altstadtmarktes.

Vonseiten der Stadt habe man dann im Dezember den Hinweis bekommen, dass aus rechtlichen Gründen eine offizielle Ausschreibung vonnöten sei. Da hatte der LMS bereits alle seine Verträge bezüglich Beschickern, Personal, Strom und Versicherung zum Jahresende aufgekündigt. „Ein Ausschreibungsverfahren benötigt aus der Natur der Sache einen gewissen Vorlauf. Das hätte in der Kürze der Zeit bis zum Jahreswechsel nicht mehr funktioniert“, sagt Simak. Deswegen entschied der Verband, übergangsweise für drei Monate weiterzumachen. „Da allseits ein Interesse am Fortbestand dieses beliebten Marktes besteht, war das zwar aufwendig, aber nicht kompliziert. Jeder hat mitgezogen“, lobt Simak und dankt explizit der Stadt und dem Finanzamt. Denn eigentlich war der Gewerbebetrieb des Landesverbands ebenfalls zum Jahresende abgemeldet worden. „Die jetzige Lösung bewahrt die Ruhe und Kontinuität auf dem Markt, sichert den Status quo“, ist Simak überzeugt. Zum 31. März laufe der Pachtvertrag aber endgültig aus.
Markus Schaible, Pressesprecher der Stadt Langen, bestätigt, dass das Rechtsamt im Rathaus den Vorgang geprüft und empfohlen habe, die Leitung des Altstadtmarktes öffentlich auszuschreiben. Bei einer informellen Vergabe bestehe die Gefahr, dass ein anderer Interessent den Klageweg wählt. Seit Dienstagmorgen ist der Betrieb des Altstadtmarktes nun auf der Homepage der Stadt ausgeschrieben. Ab 1. April soll ein „qualifizierter Konzessionsnehmer in eigener Verantwortung“ die Veranstaltung übernehmen. Bewerbungen sind bis zum 10. Februar möglich.

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es eine größere Gruppe, bestehend aus Standbetreibern und treuen Marktbesuchern, die sich gemeinsam bewerben will. Eine bundesweit tätige Marktgilde soll ebenfalls Interesse bekundet haben. Auch Roger Simak sind zwei Interessenten bekannt. Schon im September hatte der Geschäftsführer des LMS Hessen von aussichtsreichen Gesprächen mit einem potenziellen Nachfolger berichtet. Demnach habe er auch eine unverbindliche Empfehlung an die Stadt ausgesprochen. Mehr wolle er zu den Präferenzen des Verbandes nicht sagen. „Wir sind nicht Eigentümer der Flächen und nicht zu einer Beurteilung oder gar Mit-Entscheidung berufen. Das ist alleinige Sache und Kompetenz der Stadtverwaltung“, stellt er klar.

Infos im Internet – Die Ausschreibung zum Altstadtmarkt ist auf langen.de unter dem Menüpunkt „Rathaus/Bürgerbüro“ und dem Unterpunkt „Ausschreibungen“ zu finden.

https://www.langen.de/de/ausschreibungen.html

Quellenangabe: Offenbach-Post vom 22.01.2025, Seite 33

Zukunft des Altstadtmarkts ungeklärt?
Quellenangabe: Manuel Schubert, Offenbach-Post vom 21.09.2024, Seite 31
Langen – Rund um den Vierröhrenbrunnen gibt es jeden Samstag von 8 bis 14 Uhr kaum ein Durchkommen. Hunderte Langener nutzen Woche für Woche den Altstadtmarkt, um sich nicht nur mit frischem Obst und Gemüse, Blumen oder Brotaufstrichen einzudecken, sondern auch bei einer Bratwurst vom Grill oder einem Glas Wein zusammenzustehen. Umso erstaunlicher, dass Gerüchte über ein Ende des beliebten Treffpunkts die Runde machen.
Ein Marktbesucher, der sich bei der Redaktion gemeldet hat, will erfahren haben, dass die beliebte Institution zum Jahresende abgeschafft werden soll. Er kann das nicht verstehen. „Gesellschaftliches Miteinander wird hier perfekt gelebt: barrierefreies Einkaufen und gemütliches Zusammensein von Alt und Jung, Rollstuhlfahrern, Familien, Rentnern, Einzelpersonen. Jede Woche, unbeschwert und kostenlos“, schreibt der Leser.
Fakt ist, dass es Veränderungen geben wird. Denn nach Informationen unserer Zeitung zieht sich der Landesverband für Markthandel und Schausteller (LMS) Hessen, der den Altstadtmarkt seit dem Start im April 2000 veranstaltet, zum Jahresende zurück. „Ja, das ist zutreffend“, bestätigt Geschäftsführer Roger Simak auf Anfrage. Hauptgrund sei, dass er nach 33 Jahren im Vorstand des Berufsverbandes ab Januar in Altersteilzeit eintrete.
Der LMS Hessen gliedert sich in zwei völlig unterschiedliche Bereiche: Zum einen ist er klassische Branchenvertretung, zum anderen gewerblicher Zweckbetrieb. Simak ist hauptamtlicher Geschäftsführer beider Sparten und zudem technischer-operativer Betriebsleiter. „Einen Nachfolger zu finden, der all das in nur einer Person vereint und bereit ist, die außergewöhnlichen Arbeits- und Bereitschaftszeiten zu akzeptieren, erwies sich als unmöglich. Und drei Personen dafür einzustellen, dafür reichen unsere Mittel nicht“, verdeutlicht Simak. Der Verband sei nicht in erster Linie dem Gewinnstreben verpflichtet, sondern den Märkten, den Beschickern, seinen Mitgliedern, den Kommunen und der Kundschaft. „Die logische Konsequenz war dann, diese unternehmerische Sparte des Verbandes zu schließen und sich auf das eigentliche Kerngeschäft einer Berufsorganisation rückzubesinnen“, erklärt Simak. Daher trete der Landesverband nun sechs Märkte im Rhein-Main-Gebiet ab.
Wie es mit der Einkaufsmöglichkeit in der Langener Altstadt weitergeht, lasse sich derzeit nicht abschließend sagen. „Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem potenziellen Nachfolger, der die Praxis kennt und fachlich sehr gut geeignet wäre“, kann der Geschäftsführer jedoch verraten. Es handele sich dabei um einen professionellen Wochenmarktveranstalter. „Panik ist völlig unbegründet. Wir versuchen alles, damit der Markt fortgeführt wird“, betont Simak. Die Veranstaltung solle im Optimalfall genauso weiterlaufen wie gewohnt. „Wir werden nicht alles auf links drehen.“
Der Verband hat auch die Stadt als Grundstückseigentümerin gefragt, ob diese bereit wäre, den Altstadtmarkt selbst fortzuführen. Die Verwaltung lehnte jedoch ab. „Wir selbst haben nicht die Kapazitäten, auch diesen Markt noch zu betreiben“, sagt Pressesprecher Markus Schaible. „Wir werden aber natürlich alles dafür tun, dass dieser beliebte Treffpunkt erhalten bleibt.“ Dabei scheint sich noch eine weitere Option aufzutun: Laut Schaible ist eine Gruppe aus den Reihen der Beschicker an die Stadt herangetreten und hat Interesse signalisiert, den Altstadtmarkt in Eigenregie weiterzuführen.
Die anderen beiden Märkte der Sterzbachstadt sind derweil nicht vom Ausscheiden des Landesverbandes betroffen: Den Wochenmarkt auf dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Platz (dienstags und freitags von 8 bis 13 Uhr) betreibt die Stadt, den Bauernmarkt auf dem Martin-Luther-Kirchhof (mittwochs von 8 bis 13.30 Uhr) organisieren die evangelische Kirchengemeinde und die Arbeiterwohlfahrt. (Manuel Schubert, Redakteur OP West)
Quellenangabe: Offenbach-Post vom 21.09.2024, Seite 31